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An-Nasiriyah, Dhi Qar, Iraq

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An-Nasiriyah in der irakischen Provinz Dhi Qar ist eine geschichtsträchtige Stadt, die im Laufe der Jahrhunderte Zeuge einer Vielzahl bedeutender Ereignisse war. Diese an den Ufern des Euphrat gelegene antike Stadt hat den Aufstieg und Fall von Imperien, das Auf und Ab der politischen Macht und den Einfluss ihrer einzigartigen Geographie auf ihre Entwicklung und ihr Schicksal miterlebt.

Die Geschichte von An-Nasiriyah kann bis zur alten mesopotamischen Zivilisation zurückverfolgt werden. Es wird angenommen, dass es um 1870 v. Chr. während der Herrschaft von Hammurabi, dem berühmten babylonischen König, gegründet wurde. Zu dieser Zeit war die Stadt als Enkomi bekannt und diente aufgrund ihrer strategischen Lage am Ufer des Euphrat als wichtiges Handels- und Handelszentrum.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte An-Nasiriyah mehrmals den Besitzer und erlebte den Einfluss verschiedener Imperien und Zivilisationen. Die Assyrer, Perser, Griechen, Parther und Sassaniden übten zu verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte ihre Kontrolle über die Stadt aus. Diese aufeinanderfolgenden Mächte hinterließen ihre Spuren in der kulturellen und architektonischen Landschaft der Stadt.

Während der islamischen Zeit gewann An-Nasiriyah als wichtiges Zentrum des Lernens und der Gelehrsamkeit an Bedeutung. Die geografische Lage der Stadt in der Nähe des Zusammenflusses von Euphrat und Tigris, bekannt als Shatt al-Arab, spielte eine bedeutende Rolle bei ihrer Entwicklung. Die Wasserstraßen boten wichtige Transportwege und erleichterten den Handel zwischen dem Persischen Golf und den inneren Regionen des Irak, was An-Nasiriyah zu einem blühenden Handelszentrum machte.

Im 16. Jahrhundert, während der Herrschaft der Safawiden-Dynastie in Persien, erlebte An-Nasiriyah eine Zeit relativer Stabilität und Wohlstand. Das Schicksal der Stadt nahm jedoch im 18. Jahrhundert einen Abschwung, als sie von den Streitkräften des arabischen Al-Muntafiq-Stammes angegriffen und teilweise zerstört wurde. Dieses Ereignis hatte einen nachhaltigen Einfluss auf die Demografie und Architektur der Stadt.

Die moderne Geschichte von An-Nasiriyah war Zeuge weiterer politischer Umwälzungen und Veränderungen. Im frühen 20. Jahrhundert war die Stadt Teil des Osmanischen Reiches und wurde später nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg ein britisches Mandatsgebiet. Während dieser Zeit wurde An-Nasiriyah zu einem Zentrum des Widerstands gegen die Kolonialherrschaft antibritische Aufstände in den 1920er Jahren.

Nach der Unabhängigkeit des Irak im Jahr 1932 blieb An-Nasiriyah ein wichtiges regionales Zentrum. Die Entdeckung riesiger Ölreserven in den Nachbarregionen brachte der Stadt wirtschaftlichen Wohlstand und zog einen erheblichen Zustrom von Migranten an, die nach Beschäftigungsmöglichkeiten suchten. Die Bevölkerung der Stadt wuchs stetig und ihre Bevölkerungsstruktur wurde vielfältiger, wobei sich Menschen unterschiedlicher ethnischer und religiöser Herkunft in An-Nasiriyah niederließen.

In der jüngeren Geschichte war An-Nasiriyah stark von der politischen Instabilität und den Konflikten betroffen, die den Irak heimsuchten. Während des Iran-Irak-Krieges (1980-1988) befand sich die Stadt an der Front, da sie nahe der Grenze zum Iran lag. An-Nasiriyah wurde schwer bombardiert und während des Konflikts erheblich beschädigt, was zur Vertreibung vieler Einwohner führte.

Die Invasion des Irak im Jahr 2003 durch eine von den USA geführte Koalition markierte einen weiteren Wendepunkt in der Geschichte von An-Nasiriyah. Die Stadt wurde zu einem Brennpunkt der anschließenden Aufstände und sektiererischen Gewalt, die im Land ausbrachen. Seine strategische Lage und politische Bedeutung machten es zu einem Ziel verschiedener bewaffneter Gruppen und Milizen, was die Herausforderungen für seine Bewohner weiter verschärfte.